|
Schnitte in Verbindung
Anfang der 70er Jahre wollte Bina Mohn mit Film die Welt verändern und der Arbeiterklasse dienen. Die späteren 70er und 80er Jahre verbrachte sie damit, politisch-propagandistischen Zielen durch nicht minder extremes "Going Native" zu entkommen: In einer langjährigen Teilnahme setzte sie sich der ihr fremden sozialen Welt der Industriearbeit aus. In den 90er Jahren entwickelte sie sich zur wissenschaftlichen Beobachterin und erarbeitete sich unter ihrem amtlichen Namen Elisabeth Mohn analytische Distanz und Reflexivität. Auf Distanzierung folgt wieder Nähe, auf Differenzierung Verbindung, auf Antworten neue Fragen und auf Kommunikation schließlich Aktion. Solche „Registerwechsel„ des Handelns und Wahrnehmens, Denkens und Empfindens sind zum Glück nicht daran gebunden, immer Jahrzehnte zu dauern – bewegen wir uns also!
Berlin 2008, Bina Elisabeth Mohn
|